Abo 2: spotted: Hongkong - Konzert des ensemble recherche

ensemble recherche  

Schützenallee 72
79102 Freiburg im Breisgau

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Event organiser: Verein der Freunde des ensemble recherche e.V., Schützenallee 72, 79102 Freiburg, Deutschland

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Ermäßigung für: Schüler, Studenten, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Schwerbehinderte, Mitglieder Freundesverein ensemble recherche, Rollstuhlfahrer (Begleitperson erhält freien Eintritt)
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Dieses Konzertprogramm wurde vom Hongkong-chinesischen Komponisten Charles Kwong kuratiert. Über Hongkong, die dortige Neue Musik-Szene und die Komponist*innenauswahl sprach Artistic Manager Clemens K. Thomas mit Charles Kwong.

Lieber Charles, du bist 1985 in Hongkong geboren und dort aufgewachsen – hast aber einen großen Teil Deiner Studienzeit in England verbracht. Inwiefern ist Deine Biographie typisch für einen Hongkong-chinesischen Komponisten Deiner Generation?

In der Tat neigen wir stark dazu, englischsprachige Länder (nämlich Großbritannien, die USA, Kanada und Australien) als Ziel für ein Auslandsstudium zu wählen. Dies trifft jedoch nicht nur auf Komponist*innen zu, sondern ist gängige Praxis in vielen Berufen, was weitgehend auf unsere britische Kolonialgeschichte und unsere Englischkenntnisse zurückzuführen ist.

Du hast Dich dennoch entschieden nach dem Studium nach Hongkong zurückzukehren. Was ist das Besondere dieser Stadt?

Ich könnte endlos darüber reden, was das Besondere an meiner Heimatstadt ist. Ich möchte aber eine Sache hervorheben, die meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient – vor allem in einem musikalischen Kontext –, nämlich die Kolonialisierung und Dekolonialisierung, die Hongkong erlebt hat. Der Diskurs über die Dekolonialisierung betrifft scheinbar nur Ex-Kolonien, aber ich finde, dass viele der Überlegungen die zahlreichen Krisen, mit denen unsere globale Gesellschaft als Ganzes heute konfrontiert ist, akut betreffen, weil viele ihrer Herausforderungen gleichzeitig auch die Probleme der Spätmoderne sind. Diese Perspektive hat mir geholfen, bestimmte Aspekte in der Kunst und Kultur meiner Heimatstadt besser zu verstehen, die Außenstehenden sonst vielleicht merkwürdig oder sogar bizarr erscheinen würden.

In der Reihe „Spotted:“ suchen wir in einer globalen Gegenwart nach lokalen Besonderheiten. Inwiefern gibt es so etwas wie eine hongkong-chinesische, musikalische Identität? Wie bist du bei der Programmauswahl vorgegangen?

Kunst ist untrennbar mit der persönlichen Vergangenheit und den Erfahrungen eines*einer Künstler*in verbunden. Auf der persönlichen Ebene spielt meine Verbindung mit Hongkong sicherlich eine Rolle für meine musikalische Identität. Aber diese musikalische Identität sollte nicht die gleiche Narration des musikalischen Nationalismus wie in den vergangenen Jahrhunderten sein. Geographische Unterschiede sollten heutzutage nicht mehr so sehr wie früher bestimmen, welchen musikalischen Kulturen und Einflüssen ein*e Komponist*in ausgesetzt ist. Ich denke, es ist heutzutage sehr schwierig, die musikalischen Stile oder Merkmale einer bestimmten Gruppe von Komponist*innen nach ihrer geographischen Herkunft oder Ethnizität zu verallgemeinern. In meinen Augen sollte die musikalische Identität Hongkongs nicht eine Zusammenstellung von musikalischen Eigenheiten sein, sondern sich aus den Visionen zusammensetzen – den Visionen, wie wir alle unsere Kunst als Antwort auf die Möglichkeiten und Herausforderungen, mit denen wir in dieser Stadt konfrontiert sind, betrachten und verorten.
In diesem Programm versuche ich nicht, einen Überblick über die „zeitgenössische Musik Hongkongs“ zu geben – weil das schlicht unmöglich ist. Ich stelle mehrere junge Komponist*innen aus meiner Generation vor, die meiner Meinung nach hohe künstlerische Qualitäten haben. Sie haben in ihrer jeweiligen Biographie eine unterschiedlich starke Verbindung zu Hongkong. Ich möchte daher nicht einen einheitlichen musikalischen Eindruck von Hongkong heraufbeschwören, sondern im Programm, so hoffe ich, die unverwechselbaren Persönlichkeiten vorstellen, die eine ähnliche Herkunft teilen. Daher ist weder eine „süßsauer-Pentatonik“ noch eine orientalische Textur zu befürchten, stattdessen kann Hongkong vielfältig und einfallsreich gehört werden.

Location

Ensemblehaus Freiburg
Schützenallee 72
79102 Freiburg im Breisgau
Germany
Plan route

Das Ensemblehaus Freiburg ist der gemeinsame Probenort des Freiburger Barockorchesters und des ensemble recherche. Die beiden auf Alte und Neue Musik spezialisierten Ensembles sind ein wichtiger Teil der lebendigen Musikszene Freiburgs.

Die weltweit renommierten Musiker verfügten viele Jahre lang über keinen passenden Probenort. Deshalb entstand die Idee zu einem gemeinsamen Ensemblehaus schon 2004. Die Bedingungen für einen Bau zeigten sich aber als fast unmöglich, deshalb konnte der Bau gegenüber der Hochschule für Musik erst 2012 fertiggestellt werden. Heute jedoch bietet das zweistöckige Gebäude optimale Voraussetzungen für jegliche Form von musikalischer Arbeit. Es wurde alles getan, um hervorragende akustische Verhältnisse und gleichzeitig eine gute Schalldämmung zu schaffen. So können beide Ensembles gleichzeitig proben oder sogar Aufnahmen machen. Außerdem wird ein wichtiger Schwerpunkt auf die musikalische Arbeit für die Öffentlichkeit gelegt: Werkstattkonzerte, Workshops wie die Ensembleakademie und Jugendprojekte werden hier veranstaltet. Das freundliche, lichtdurchströmte Gebäude bietet den perfekten Raum für das gemeinsame Wirken von FBO und recherche mit anderen, auch jüngeren Musikerinnen und Musikern. Dadurch bleibt die begeisterte und begeisternde Art Musik zu machen stets gewährleistet.

Das Ensemblehaus Freiburg ist bequem über die Stadtbahnhaltestelle „Musikhochschule“ oder mit dem Auto über die Schwarzwaldstraße zu erreichen. Parkplätze gibt es gegenüber an der Hochschule für Musik oder am Einkaufszentrum ZO.